Über Rugby

Die Geschichte des internationalen Rugbysports


Was ist Rugby – Info für Neulinge

Es gibt viele Facetten im großen Spiel des sogenannten Rugby Union. Neben dem Spektakel des Spiels an sich hat Rugby noch weitere Werte, die aus der Geschichte, Tradition, Kameradschaft und der Gesellschaft um diesen Sport herrühren. Nachfolgend erläutern wir das Thema nur oberflächlich für den, der noch nicht mit dem Spiel bekannt ist:

Hintergrund

Rugby wurde zum ersten Mal in England im 11. Jahrhundert gespielt. Es war jedoch ganz anders als das Spiel, das wir heute kennen und schätzen. Erst 1823, als der 16 jährige William Webb Ellis, ein Schüler der Rugby School, den Ball in die Hand nahm und mit ihm unter dem Arm auf des Gegners Torlinie zulief, wurde „The Running Game” geboren.
Das erste Länderspiel zwischen England und Schottland wurde 1871 ausgetragen. Heute wird Rugby Union in über 100 Ländern auf der Welt gespielt.
Bis August 1995 war Rugby ein Amateursport. Dann erkannte der Weltverband den wachsenden Druck, der auch auf anderen hoch profilierten Sportarten lastete. Die Popularität, die Beliebtheit und der ständig wachsende kommerzielle Wert des Rugby führten dann zur „Freigabe“ des Spiels. Dies bedeutete, dass zum ersten Mal Spieler entlohnt werden konnten und sie hatten jetzt, wenn sie gut genug waren, die Möglichkeit Vollzeitprofis zu werden.

Rugby für Jedermann

Der Inhalt des Spieles ist, dass zwei Mannschaften mit jeweils 15 Spielern, durch Tragen, Passen, Kicken und Niederlegen des Balles hinter der sogenannten Mallinie so viele Punkte wie möglich erzielen. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt. Rugby wird klassifiziert als “end zone invasion game”. Das Ziel jeder Mannschaft ist die Inbesitznahme des Balles, ihn auf die gegnerische Seite zu bringen und dort in das Malfeld (Ziel- oder Endzone) abzulegen. Rugby ist  ein Spiel mit andauerndem Spielfluss. Es gibt einen ständigen Wettbewerb um den Ball in dem sogenannten offenen Gedrängen.
Kinder ab fünf erfreuen sich des Rugby, bei dem inzwischen auch kontaktlose Variationen angeboten und propagiert werden. Diese modifizierten Versionen sollen die Ausbildung der Kinder vereinfachen und haben sich in den führenden Nationen wie Australien behauptet.

Frauen-Rugby ist weltweit einer der am  schnellsten wachsenden Aspekte des Sportes. Männer betreiben den Sport bis weit in die fünfziger, sechziger und darüber hinaus. Rugby wird gespielt in der 15 Mann pro Mannschaft (15er), wie  auch in der sehr populären 7 Mann pro Mannschaft (7er) Version. Weitere weniger populäre Versionen sind 10er und Touch-Rugby, bei dem das Halten des Gegners nicht erlaubt ist.

Die Rugby Weltmeisterschaft

Die Rugby WM (Rugby World Cup – RWC) gehört weltweit zu den vier größten Sportereignissen. Sie rangiert hinter den Olympischen Spielen und der Fußball WM auf Platz drei. Erster Austragungsort war Neuseeland in 1987. Das alle vier Jahre ausgetragene Turnier fand danach 1991 in Groß-Britannien und Frankreich, 1995 in Südafrika,  1999 in Wales, 2003 in Australien und 2007 in Frankreich statt.

Die bisherigen Weltmeister waren: Neuseeland (1987), Australien (1991), Südafrika (1995), Australien (1999) England (2003) und Südafrika (2007).
Die WM 2003 in Australien zog über 2 Millionen Besucher an. Weltweit sahen mehr als 3,5 Milliarden Fernsehzuschauer die Spiele. In Deutschland wurden viele Spiele auf DSF übertragen. Die Gesamteinnahmen beliefen sich auf ca. AUS $ 80—90 Millionen.

Olympia

Die olympische Entwicklung des Rugbysports (1900 bis 1924) wurde durch die beiden Weltkriege anfangs sehr gehemmt und kam später ganz zum Erliegen. Der Umstand, dass sich die beiden Weltverbände IRFB (England) und FIRA (Frankreich) nach dem Krieg erst vor einigen Jahren auf eine vorgeschriebene gemeinsame Beteiligung einigten, erhöhte die Chancen zur Wiederaufnahme in den olympischen Kreis. Am 09. Oktober 2009 um 13.44 Uhr MESZ hat schließlich Dr. Jacques Rogge, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees, in Kopenhagen verkündet:  7er Rugby und Golf sind bei den Olympischen Sommerspielen 2016 und 2020 offizielle Wettkampf-Sportarten.

Auf nach RIO 2016!

Rugby in Deutschland

In Deutschland selbst wurde Rugby seit ca. 1840 gespielt. Englische Internatsschulen vermittelten es in Dresden, Stuttgart, Wiesbaden und Heidelberg. Später, ca. 1890, kam Rugby nach Hannover, Bremen, Braunschweig, Peine, Göttingen und Frankfurt. Derzeit gibt es ca. 110 Vereine in Deutschland. Davon spielen neun Mannschaften in der 1. Bundesliga und zwanzig Mannschaften in der zweigeteilten 2. Bundesliga. Die anderen Teams spielen in den Verbandsligen. Die Bemühungen der letzten Jahre, Rugby wieder bekannter zu machen, greifen langsam.
In vielen Bereichen konnten neue Schul- und Vereinsmannschaften gegründet werden. Hier hat sich der Hessische Rugby-Verband bzw. Klaus-Uwe Gottschlich stark engagiert. Seit Januar 1996 wurden mit den örtlichen Sportkameraden die beiden Landesverbände Bayern und Rheinland-Pfalz, sowie die Vereine VfB Hafenlohr (bei Würzburg), Neu-Ulmer RFC , RSG Baunatal, Würzburger RFC, 1.RC Mainz, DJK Konstanz, F.O.E.S. Löwen-Rugby-Club Augsburg, Augsburg RFC, Illesheim RFC, 1. FC Gera, RUFC Halle, RC Feldkahl/Ufr, MTV Großenheidom, Adler Kiel, RC Lindau und TSV 1846 Nürnberg gegründet. Weitere Neugründungen stehen an. Ein Beweis dafür, dass es auch, wider dem  Trend zu den Einzelsportarten, zu Teamsport gehen kann.
Nach den Jahren des individuellen Sportkonsums kehren viele männliche und weibliche Sportfans zum Rugbysport zurück oder entdecken ihn neu. Viele Städte und Schulen sind aufgrund der hohen erzieherischen Werte und der sportlichen Grundidee des Rugby an der Gründung von Vereinen und Mannschaften interessiert. Gerade für kleinere Gemeinden bietet sich hier die Möglichkeit, ihr Sportangebot für die Bevölkerung günstig zu erweitern und den Interessenten auf nationaler und internationaler Ebene Sport mit allen sozialen Komponenten bis hin zu internationalen Freundschaften und Beziehungen anzubieten.
Rugby verlangt den Akteuren vieles ab, oft muss bis zum Umfallen gekämpft werden. Doch die gelungenen Aktionen, der Mannschaftsgeist, die vielen Kontakte und die “3. Halbzeit” sind eine willkommene Entschädigung für die Mühen. Mit neuer und positiver Motivation geht es dann wieder in den beruflichen und privaten Alltag.
Die Vorläufervereine vom 1. FC Nürnberg und Stuttgarter Kickers waren Rugby-Vereine. Nun erlebt Rugby einen interessanten Aufschwung.

Schauen Sie einmal beim Rugby-Training oder Spiel vorbei oder machen Sie einfach gleich mit. Denn Mitmachen vermittelt Ihnen eine bessere Erfahrung als das bloße Zuschauen.

Dann verstehen Sie schnell die Rugby-Grundregel, dass der Ballträger mit dem “Ei” nach vorne laufen muß und er den Ball nur nach hinten abspielen darf! Es entstehen so schnelle hin und her wirbelnde Laufstafetten, die mit allerlei Tricks den Gegner verwirren und überlisten helfen sollen.

Wenn Sie erst einmal an einem gelungenen Angriffsspielzug der Dreiviertelreihe oder einem hautnahen Sturmangriff teilgenommen und auf engstem Raum, trotz gekonnter gegnerischer Abwehr, das eigene Spiel nach vorne getrieben haben, dann wissen Sie, was uns am Rugby so begeistert! Es ist die Spielidee, das Teamwork und der sprichwörtliche Mannschaftsgeist und die Herausforderung beim Rugby!

Rugby hat weltweit an Bedeutung gewonnen -
gerade im PC -Zeitalter sind körperlicher
Ausgleich, Teamwork und Kameradschaft
notwendiger als je zuvor.